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EINE FRAUENZEITSCHRIFT | |
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Illustration - Birgit Kübler: die diva liebt sich XV, XIII, IX (2004) Nachrichten aus dem Patriarchat - LeseprobenDas Gelächter mit zwei Seiten: befreiend für das Subjekt vernichtend für das Objekt, das kann die Glosse bieten. Im konkreten Fall eine, gegen die sich die alten Herren des Patriarchats tröstend aneinanderklammern müssen. Ja, sie werden sehr lächerlich, sehr von ihrer Anmaßung entkleidet. Selbstverständlich wird ihre Behauptungsmacht nicht übersehen, es ist klar, dass wir noch lange nicht an den Schalthebeln sitzen. Frigga Haug ruft aber auch auf, das Glosseschreiben als lustvolle Strategie gegen Lähmung oder ohnmächtigen Zorn zu nutzen. © Argument Verlag 2005, Glashüttenstr. 28 , 20357 Hamburg, ISBN 3-88619-469-8, 1. Auflage 2005, www.argument.de Die beiden SalzstreuerAm Morgen beim Frühstück lehrt er die Kinder, dass der beliebte Salzstreuer, der oben und unten gleich breit und in der Mitte tailliert, ein männlicher Salzstreuer ist, während derjenige, der oben schmal und unten weit ausladend massig ist und den niemand recht mag, ein weiblicher. Empört ruft das zierliche Mädchen, dass dies genau umgekehrt sei, und errötet, weil sie die Verachtung des Weiblichen und die narzistische Betrachtung des Männlichen verstand und zugleich nicht begriff. Die BarEine ganz unbedeutende Szene. Ich trete aus dem heißen Sonnenlicht in die kleine dunkle Bar, lehne mich einverstanden an den Tresen, blicke den Barkeeper, die einladende Frage nach meinem Wunsch antizipierend, an. Ich habe Durst. Die vorsorglich geprobten Worte in der fremden Sprache stauen sich in meinem Mund. Der Barkeeper wäscht das Bierglas in seinen Händen langsam aus, wendet sich und geht auf mich zu. Ich hole Luft, will meine Bestellung abgeben, er ist jetzt ganz nah vor mir. Ich spreche und er blickt über mich hinweg, durch mich hindurch, und hinter mir der neu hinzugekommene Mann spricht seine Bestellung in die aufmerksamen Ohren. Ungehört stehen meine Worte vor mir. Ich bin beschämt. Trete von einem Bein aufs andere. Da kommt eine Frau aus den hinteren Räumen und begibt sich hinter den Tresen. Ich lächle sie beglückt und bündnisheischend an. Sie lächelt auch, geht direkt auf mich zu und sieht durch mich auf den zweiten Mann, der inzwischen hereingekommen ist. Unsichtbar wende ich mich um und gehe aus der Fremde. Mein Durst bleibt. Von Frigga Haug |
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