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AUF Webmasterin: Veronika Reininger

Auf unsere Aussendung "Ministerielle Zensur eines Kunstprojekts" erhielten wir eine Antwort von Dr. Ilse König, Büroleiterin der Ministerin für Frauenfragen Doris Bures, mit der Bitte, sie auszuschicken. Dem kommen wir hiermit nach. Vorab jedoch drei Bemerkungen:
1. Es geht nicht um eine politische sondern um eine künstlerische Bearbeitung, daher kann es gar nicht um "Forderungen aller an der Konferenz Beteiligten" gehen. Die symbolische Ebene der Kunst wird mit der realpolitischen verwechselt. Kunst ist frei, sie muss frei bleiben.
2. Die stilisierte Frau mit Messer ist das Logo "Springinsfeld" der Gruppe Hellwach, in jeder ihrer Ausstellungen präsent. Z.B. auch im Dezember 2006 im Parlament im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Europaratskampagne 2007 gegen häusliche Gewalt an Frauen auf Einladung der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.
3. Durch die Kurzfristigkeit der Absage ist jede vermittelnde Tätigkeit, die wir angeboten hatten, unmöglich geworden. So wird der Ball unter den Frauen herumgeworfen, die sich eigentlich für eine weibliche Kraft gegen Gewalt an Frauen verüünden sollten.
Die Frauen der AUF-Redaktion

O-Ton-Antwortschreiben des Frauenministeriums zu Ministerielle Zensur eines Kunstprojektes?

Sehr geehrte AUF-Frauen,

bezugnehmend auf Ihr mail vom 4. November 2007 zu "Ministerielle Zensur eines Kunstprojekts" möchte ich Sie gerne über folgendes informieren:

Das Frauenministerium ist nicht Veranstalter der internationalen Tagung "10 Jahre österreichische Gewaltschutzgesetze" sondern zählt gemeinsam mit dem Innenministerium zu den Sponsoren.

Mitarbeiterinnen des Ministeriums haben den Veranstalterinnen auf ihre ausdrückliche Anfrage mitgeteilt, dass es die geplanten künstlerischen Installationen teilweise für problematisch hält. Und zwar jene, die - ohne inhaltliche Bewertung - missverständlich als Forderung aller an der Konferenz Beteiligten ("wie fordern") aufgefasst werden könnte. Und vor allem jene, die in eklatantem Widerspruch zum Inhalt der Tagung steht, nämlich sich deutlich gegen jede Form der Gewalt auszusprechen.

Erlauben Sie mir in diesem Zusammenhang den Hinweis, dass keineswegs bloß eine abstrakte Figur sondern ganz gegenständlich ein Messer abgebildet ist.

Die Freiheit der Kunst wird nicht in Frage gestellt. Im Gegenteil: Die Ministerin unterstützt Künstlerinnen und fördert kritische Kunstprojekte. Auch sie hält künstlerische Auseinandersetzungen als ein ein wichtiges Mittel, gesellschaftliche Themen zu transportieren und die Diskussion darüber anzuregen. Wenn es um das Thema Gewalt geht ist ein besonders sensibler Umgang mit den Botschaften, die dabei vermittelt werden, geboten.

Mit besten Grüßen
Dr. Ilse König
Büroleiterin
Büro der Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst
1014 Wien, Minoritenplatz 3
Tel.: +43 1 53 115/ 2141
Fax: +43 1 53 115/ 2133
Mailto: ilse.koenig@bka.gv.at

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