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Cover der Auf 133

AUF 133 – schlag.worte


Inhalt - Übersicht
Editorial
Recht auf Faulheit


Editorial – Liebe Frauen!

Das Thema dieses Heftes hat Wortkünstlerinnen angelockt. Den einmal geöffneten Schleusen entströmten Sturzbäche von Schlagworten und Wortkaskaden: Der ganze Niederschlag von Politik, Wirtschaft, Industrie, Zeitgeist in Neutralisierungsplättung von Mogelei bis Betrug. Sprachartistinnen warfen die Schlagworte hoch in die Luft, fingen sie, Clowns spielten damit und trieben ihre Späße. Andere trugen sie ins Labor, untersuchten ernsthaft und gründlich mit philosophischem, psychologischem, soziologischem Blick.

Verkleisterungen wurden aufgetrennt, Schminke abgewaschen, Maskierungen weggerissen, Tünche abgeschert, Versteinerungen zerschlagen. Und neu geformt, neue Baustoffe, neue Gesichter, neue Blicke. Eine Fülle an kreativer Sprachgestaltung, eine Fülle an Überlegung, an gründlichem Aufspüren nicht augenfälliger Tücken des Sprachgebrauchs. Daraus ist ein ungewöhnliches Heft entstanden, das Euch hoffentlich viel Freude beim Lesen bereitet.

Nach all der Arbeit fordern wir aber energisch für uns ein, was das Thema des nächsten Heftes sein wird:


Das Recht auf Faulheit

I am working seven days a week against my anxieties and depression -
sagt Woody Allen = Fleiß als Schutzschild

  • Fleiß als Pathos – spielen uns jene vor, die sich nicht vor sich selbst, sondern vor uns schützen, in dem sie immer überlastet sind

  • Faulheit aus Trauer, das sind die Menschen, die sich vor Kummer nicht mehr rühren können
  • Faulheit aus Sicht der anderen, das ist die Männerfaulheit (kommt auch bei Frauen vor) – so lange was schlampig machen, bis die andere entnervt übernimmt

  • Faulheit ist Kakao ... um 11 Uhr erst aufstehen, sich zur langsamen Belebung Kakao reichen lassen ... das ist Ludwig der XIV, Faulheit ist Macht, und in Ungarn hieß es ehemals, wer in Budapest vor 16 Uhr aufstand, war ein Prolet...

  • Faulheit als Fest: Marien-Bilder und Mythen: das ist die Goldmarie, die keine Arbeit stehen lassen kann und sofort zum Ofen eilt, und die Marie in der Bibel, die (während ihre Schwester Martha nichts als arbeitet und bedient) sich gleich dem Jesus zu Füßen setzt und zuhört, und er sagt zu Martha, die darüber den beiden Vorhaltungen macht, sie hat den besseren Teil gewählt ... ins Heute übersetzt, die Feste feiern, wie sie fallen, Faulheit als Fest

  • Erzwungene Faulheit für Arbeitslose, die keine Arbeit finden oder nur eine prekäre und von der Faulheit nicht leben können

  • Die Arbeitslose, die lieber wenig hat, als daß sie sich vor den Karren der Arbeitswelt spannen lädt (Recht auf Faulheit) und die Gesellschaft, die für die Reichen immer mehr Privilegien erfindet, wird diese Arbeitslosen, "die sich ausruhen" immer mehr verfolgen und verhindern.


Und nun setzt Euch hin und schreibt, was Ihr dazu assoziiert und schickt es uns bitte bis 10. November. Es soll in AUF 134 rechtzeitig zur Faulheit als Strategie gegen Weihnachtsstreß erscheinen. Keineswegs Arbeit, sondern Vergnügen bereitet es, wenn Ihr selbst die AUF abonniert – oder, wenn bereits geschehen, sie anderen empfehlt oder schenkt. Denn ohne Eure Abos sind wir hilflos (Schlagwort erkannt?).

Kreative Grüße,
die Frauen der AUF-Redaktion

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