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Cover der Auf 130

AUF 130 - 60 Jahre Verdrängung

Inhalt - Übersicht
Editorial
Christina Thürmer Rohr: "Das Vergangene ist, wenn vergangen, von unserem Urteil abhängig"
Marlene Streeruwitz: "Es ist ein Mädchen"

Editorial - Liebe Frauen!

Zwei Sonderhefte der AUF haben sich bereits mit der Geschichte des Nationalsozialismus befasst. 1988 war das Gedenken an die Annexion Österreichs an Hitlerdeutschland vor 50 Jahren Anlaß für eine Arbeit über Widerstandskämpferinnen und Opfer. Im Jahr darauf öffnete uns das Gedenken an den Beginn des 2. Weltkriegs auch den Zugang zu den Mitläuferinnen. In dieser Kontinuität, und weil das von der derzeitigen Regierung ausgerufene Jubeljahr die Zeit der Nicht-Auseinandersetzung, der Selbstdarstellung Österreichs als nicht verantwortliches Opfer bei keineswegs überwundener Verdrängung fortsetzt, entstand das vorliegende Heft.

Die Arbeit daran und an der AUF-Veranstaltung "60 Jahre Verdrängung" war bereits zu Beginn der Redaktionsdiskussionen geprägt von dem Gedanken: "Das Vergangene ist, wenn vergangen, von unserem Urteil abhängig". Dieses Wort von Hannah Arendt lag allen weiteren Reflexionen zugrunde. Unter diesem Titel hielt Christina Thürmer-Rohr ihren Vortrag anlässlich der Veranstaltung (Abdruck ab Seite 6), und es führte uns zur Frage, wie wir die Gegenwart verstehen, denn "die Art und Weise, wie wir Vergangenheit begreifen oder darstellen, prägt unser Verständnis und unsere Ansicht der Gegenwart." (Edward Said).

Da wir uns nicht aus einem Erbe hinausstehlen können, das nun mal unser Erbe ist, sind wir genötigt, uns diesem Erbe zu stellen, uns mit diesem Erbe verantwortungsvoll auseinanderzusetzen und daraus auch zu erkennen, wie eine Vermittlung an die dritte Generation gelingen kann, denn "Zukunft braucht Erinnerung" (Gerda Lerner).

Unsere Themendiskussionen, an denen sehr viele Frauen teilnahmen, die zum Gelingen des Heftes beitrugen, umfassten noch weitaus mehr Punkte als in diesem Heft Platz gefunden haben, dennoch mussten wir für die vielen Beiträge den Umfang sehr erweitern.

16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Zum Auftakt dieser Veranstaltungsreihe vom 25. November bis zum 10. Dezember (siehe AUF-Heft 129 zum Thema Gewalt) hat Marlene Streeruwitz ihren Text "Es ist ein Mädchen." vorgetragen, den ihr hier lesen könnt (S 51): "Alles, was an Gewalt auf Frauen eindringt. Alles, was als möglicher Erfahrungsraum von Gewalt jedes Frauenleben bedroht. Das alles beginnt mit diesem Satz." Streeruwitz malt das Bild von der Entmutigung und fordert Ermutigung mit der strahlenden Begrüßung: "Sie ist da."

Die Zukunft der AUF-Info

Die Abonnentinnen, die auch die Info beziehen, wissen es bereits: Die AUF-Info wird wieder als Beilage des Heftes erscheinen, d.h. nicht mehr sechs Mal im Jahr. Das Internet ist schneller und hat daher einige Aufgaben der Info übernommen. Was fehlt, sind Kommentare zu aktuellen gesellschaftspolitischen und kulturellen Ereignissen. Für die AbonnentInnen des Heftes ändert sich nichts, sie bekommen mehr für das gleiche Geld, von den "Nur"-AUF-Info-AbonnentInnen hoffen wir sehr, dass sie nun beide Heft-Formate beziehen möchten.

Die AUF-Themen 2006:

131: "Politik der Angst". Zur offenen Redaktionssitzung laden wir am 17. Jänner 2006 um 18:30 Uhr in die AUF (Kleeblattgasse 7, 1010). Redaktionsschluss fix 21. Februar. Heft erscheint im März.

Zwei weitere Themen für 2006 sind ebenfalls bereits geplant: "Frauen - Raum - Stadt" und "frauen - macht - sprache".

Wir wünschen euch Zeit, die spannenden Beiträge zu lesen, wünschen uns von euch Feedback dazu und allen Frauen dieser Welt ein ermutigendes Jahr 2006

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herzlichst und liebevoll die Frauen der AUF-Redaktion

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