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AUF Webmasterin: Veronika Reininger

AUF 129 - Die Gewalt regieren

Bilder der AUF 129
 

Editorial - Liebe Frauen!
Feministische Störpraxis - von Christina Thürmer Rohr
Das Regieren der Gewalt gegen Frauen - von Begona Marugán Pintos und Cristina Vega Solis

Editorial - Liebe Frauen!

Frauen sind patriarchalischen Strukturen in doppelter Weise unterworfen: durch männliche Vorherrschaft und durch Internalisierung der gesellschaftlichen Konzeption von Weiblichkeit, die in weiblichen Selbstbildern ihren Ausdruck finden. Im Verhältnis zwischen den Geschlechtern ist die Möglichkeit männlicher Gewaltausübung und weiblicher Erduldung immer schon angelegt.

Eines der Hauptthemen der aufkommenden zweiten Frauenbewegung in den Siebzigerjahren war jenes der Gewalt. Nicht nur wurde das Tabu gebrochen und Gewalt innerhalb der Familie endlich thematisiert und skandalisiert, es entstand auch ein feministischer Diskurs zur Gewaltdebatte. In diesem Heft werden einerseits die Entwicklungen der Diskurse dieser Debatte nachgezeichnet (Thümer-Rohr), die gesellschaftliche Bedingtheit von Gewalt und die durch die Aneignung dieses Themas durch Medien und Regierung bewirkten Entwicklungen analysiert (Pintos und Solis), andererseits aber auch Frauenprojekte darüber befragt, wie die Arbeit im konkreten Alltag im Umgang mit Gewaltproblemen sich verändert hat (Fragebogenauswertung). Und nicht zuletzt geht es um aktuelle Aktivitäten, die Frauenprojekte im Zusamenhang mit der Gewaltproblematik veranstalten. In dem Gastbeitrag aus Sri Lanka geht es um die verborgenen Stimmen von Frauen, die Gewalt im Bürgerkrieg erfahren haben und es geht um die Erzählbarkeit von Schmerz.

Die gesellschaftlich akzeptierte Form weiblicher Objekthaftigkeit spiegelt sich in sexistischer Werbung, deren Fahrlässigkeit im Umgang mit Gewalt gegen Frauen immer wieder "schlagend" wird. So können wir derzeit ein Plakat an der Südosttangente sehen, auf dem mit dem Text "In 15 Minuten wird zugeschlagen" für ein Einkaufszentrum geworben wird: groß auf dem Bild eine elegante Frau, die scheints, nach Einkaufsmöglichkeiten Ausschau hält - nur: ihr Hals weist Blutspuren auf. Was der Werberat, dessen Mitglieder vielfach der Werbung selbst verpflichtet sind, dazu sagen wird, darauf können wir gespannt sein (siehe Bildserie Temper und S. 15). Und schließlich wird uns gezeigt, wie literarische Beispiele die Möglichkeit über Gewalterfahrung zu sprechen, eröffnen (Hellmich).

So umfangreich das Heft auch ist, es ist noch nicht vollständig. Aufgrund eines menschlichen Versagens der Technik - die Schreibeinladungen an die Autorinnen sind im Cybernirwana verschwunden statt die Adressatinnen zum Schreiben zu animieren - werden wir einige Beiträge erst später bekommen. Da dieser Schwerpunkt in Koordination mit "16 Tage gegen Gewalt" geplant war und wir das Heft bei der Pressekonferenz der Kooperationsplattform zu 16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen am 24. November in der Kunsthalle auflegen wollen, werden wir die nachfolgenden Artikel als Beilage in das vorliegende Heft einfügen.

An dieser Stelle danken wir sehr für die aktive Mitarbeit so vieler Frauen und Frauenprojekte am Zustandekommen dieser AUF-Ausgabe!

Das nächste Heft, das nächste Seminar

Wenn Ihr diese Ausgabe in Händen haltet, ist unsere Tagung "60 Jahre Verdrängung" bereits vorüber. Die Dokumentation der Veranstaltung und eine Reihe weiterer Beiträge werden wir in der folgenden AUF abdrucken.
Liebe Autorinnen: der Redaktionsschluss zum Thema "60 Jahre Verdrängung" (AUF Nr. 130) ist der 8. November 2005.

Aktive Herbstgrüße
die Frauen der AUF-Redaktion

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