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AUF Webmasterin: Veronika Reininger

Cover der Auf 128

AUF 128 - Von AMAZONEN, der Biene Maya und anderen Frauengestalten

Editorial - Liebe Frauen!
Aus dem Inhalt...
Faszinosum Amazone
Eine Hymne auf die weibliche Brust

Editorial - Liebe Frauen!

Die Amazonen - ein Mythos über die Jahrtausende Menschheitsgeschichte. In vielen Kulturen bestehen ähnliche Mythen, werden ähnliche Legenden über kämpferische Frauen und Frauenstaaten erzählt. Es gibt ja auch nicht wenig historische Beispiele starker Frauen, ob allein kämpfend oder kollektiv. Und seit Jahrhunderten beschäftigen sich Frauen mit Gegenmodellen, entwerfen sie utopische Frauenländer. Amazone wurde auch Schimpfwort, ein "Mannweib", oder für eine, die ein lächerliches Ziel erstreiten will, wie etwa 1900 die antisemitischen Lueger-Amazonen, die für die Christlich-Sozialen wahlkämpften. Die Walküren finden wir in feministisch nicht gerade reizvollen Geschichten, und ein Blick in die Pferdeschnulzen, die Mädchen lesen, die heute reiten lernen, ist ernüchternd. Daneben gibt es Krimiheldinnen, Dark Angels und Cyberamazonen, die unsere Bilderwelt besetzen und nicht unhinterfragt angenommen werden können.

Es ist eine inkohärente Vielfalt, die sich in den Beiträgen niederschlägt, aber es muss auch angemerkt werden, dass die Bandbreite amazonischer, amazonettischer und amazonitanischer Zuschreibungen lange nicht vollständig ist. Das Messer an der Brust, als Heil- oder als Schönheitschirurgie, hätten wir gerne ausführlich beleuchtet, die Cyborg-Amazone vermissen wir ganz, aber wir müssen zugeben, dass Vollständigkeit bei diesem Thema wohl nie zu erreichen sein wird. Jedenfalls aber ging es que(e)r durch, und so fanden wir, dass Gudrun Perkos ausführliche Einblicke zur Queer-Theorie sich hier gut einfügen. Diesmal hatte keine Buchrezension mehr Platz, aber die könnt Ihr in der AUF-Info lesen, die in Kürze erscheinen wird (das Abo kostet schließlich nur 11,50 für sechs Ausgaben!).

Vielfältig, das sind auch die anderen Aufgaben, die die AUF-Amazonen in alle Richtungen sprengen lassen, auf dem Pegasus oder durch den virtuellen Raum galoppierend. So haben wir am 5. Juni ein Gramsci-Seminar abgehalten, das Frigga Haug in ihrer so schön zum Selbstdenken aufreizenden Art geleitet hat. Die Teilnehmerinnenzahl von über 40 Frauen übertraf unsere Erwartungen, aber auch dieses Thema konnte nicht erschöpfend abgehandelt werden. Dennoch haben wir schon erkannt, dass die Forderungen der Frauenbewegung eine Antwort und ein Widerstand auf die fordistische Produktionsweise mit den Strukturen Ernährer und Hausfrau waren. Daraus folgt, dass sich die heutige Frauenbewegung mit der jetzigen Produktionsweise und den dadurch entstehenden Lebensmodellen auseinandersetzen muss. Diese haben einerseits zu mehr Freiheiten und größerem individuellen Spielraum geführt, andererseits die Menschen schutzlos den brutalen Marktmechanismen ausgesetzt. Dabei ist die Frauenbewegung ebenso im Umbruch wie die gesamte Gesellschaft. Antonio Gramscis Denken führt gerade in diesen Umbruchzeiten zu wesentlichen Analysezugängen und ermöglicht damit neue politische Handlungskonzepte. Deshalb wünschen wir uns von Frigga Haug ein zweites Seminar.

Dann waren da die offenen Diskussionen zur Vorbereitung des Heftes und der Veranstaltung "60 Jahre Verdrängen", die sehr ergiebig ausfielen und - wie immer - viele weitere Arbeit nach sich ziehen. Und apropos offene Redak tionsdiskussionen: Wir haben dieses Instrument nunmehr zu jedem Heftschwerpunkt eingeführt und freuen uns sehr über das breite Interesse aus unserer wieder wachsenden (!) Leserinnenzahl, insbesondere über das Interesse am Lesen und Mitmachen vieler junger Frauen.

Und weil das alles sehr beflügelnd ist, so wünschte die AUF-Zeitschrift eine Teilhabe am AUFschwung - und eine neue Robe. Und zwar eine, die ihre Fülle an Lesetext durch gute Lesbarkeit vorteilhaft zur Geltung bringt. Wir hoffen, das neue Layout gefällt Euch?

Und dazu gibt es eine schrille Bildreihe, die anlässlich der zukunftsweisenden Regierungsklausur von Cabinet 9 entstanden ist..

Bleibt nur noch, auf die nächsten Schwerpunkte hinzuweisen und Euch zur Mitarbeit einzuladen:
Nr. 129: Gewalt: Redaktionsschluss ist - ohne Wenn und Aber! - der 9. September 2005
Nr. 130: 60 Jahre Verdrängung. Redak tionsschluss - ebenfalls ohne Wenn und Aber! - der 8. November 2005.

Beflügelte, wehrhafte Grüße
die Frauen der AUF-Redaktion

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