EINE FRAUENZEITSCHRIFT
home

AUFeine
Frauenzeitschrift

AUF info
In anderer Form

AUF redaktion
Wer sind / waren wir?

AUF kultur
Was tun wir?

AUF edition
Wie bestellt ihr?

AUF archiv
Bisherige Ausgaben

AUF herstory
Aktion Unabhängiger Frauen

AUF kontakt

AUF termine

AUF Webmasterin: Veronika Reininger

Cover der Auf 127
Birgit Kübler

AUF 127 - Einfach, Global

Nachrichten aus dem Patriarchat - Leseproben


Illustration - Birgit Kübler: Geschlechterstolz 2002

Ihr erinnern Euch? Die Anfänge der Frauenbewegung, die Wichtigkeit, sich als ein "WIR" zu verstehen und als Gruppe zur Geltung zu bringen, um Vereinzelung, Ortlosigkeit und das Gefühl eigener Belanglosigkeit zu überwinden, die Zugehörigkeit zum Kollektiv, die soviel Mut einflößte, dass Frauen sich ermächtigten und aus den Selbstverständlichkeiten des Mutter-, Hausfrauen- und Gattinnendaseins zu lösen begannen.

Dieses "WIR" ist schmerzlich absent, nicht mehr wahr/nehmbar. Das sollte sich dringend ändern, wenn wir dem Einhalt gebieten wollen, was heutzutage über uns geschrieben wird und nahezu unkommentiert bleibt. Die Rede ist vom jüngst veröffentlichten opus des Mächtigsten der katholischen Kirche, dem Papst selbst.

In dem Buch heißt es, zwar habe die Vernichtung der Juden nach dem Sturz des Nazi-Regimes aufgehört. "Was jedoch fortdauert, ist die legale Vernichtung gezeugter, aber noch ungeborener menschlicher Wesen." Diese Aussage, es gebe keinen Unterschied zwischen einem fabrikmäßigen Völkermord und dem, was Frauen mit ihrem Körper tun, kommentiert Ruth Klüger: "Die jüdischen Organisationen haben sich nicht zu Unrecht sofort beklagt, dass so ein Ausspruch den Holocaust trivialisiert. Aber mir scheint, dass die eigentliche Beleidigung sich ja gegen die Frauen richtet, denn der Papst hat den Juden nicht vorgeworfen Verbrechen zu begehen, aber er hat sehr wohl Frauen, die nicht Mütter werden wollen, oder nicht noch einmal Mütter werden wollen, vorgeworfen, mit den ärgsten Verbrechern des 20. Jahrhunderts was gemeinsam zu haben. Und das finde ich unerhört. Da sollten Frauenorganisationen sich dagegen wehren."

Das Thema dieses Heftes bearbeitet verschiedene Formen, Strategien des Wehrens, befasst sich damit, wie wieder oder weiter grundsätzliche Fragen gestellt werden müssen, damit sie gehört werden.

Herrschaftstechniken und Selbsttechniken: Wie bedient sich Herrschaft der Prozesse, in denen das Individuum auf sich selbst einwirkt - und zwar im Sinne der Herrschenden? Über diese von Foucault analysierte Technik Bescheid zu wissen, ist wesentlich für politisches Handeln, führt Birge Krondorfer aus (S. 16).

Passend zu diesen Fragen ist ein Buch erschienen, das Frigga Haug herausgegeben hat (s. Seiten 24ff). Versammelt sind darin Glossen, ihr Anspruch: "Aus der Lähmung altpatriarchaler Verfügung und Unterdrückung gilt es jetzt aufzuwachen und mit Spott und Gelächter die Anmaßung wieder und wieder vorzuführen. Nutzen wir Humor als Waffe, Zorn als Tugend." Der Lächerlichkeit preisgeben, was unzumutbar ist, das hatte schon Inge Merkel in einem Kommentar zum Rechtstrend geraten ("Lächerlichmachen" in AUF Nr. 78, Dezember 1992).

Die nächsten AUF-Hefte

Nr. 128: Amazonen - von Penthesilea bis Xenia, von den furchterregenden Kriegerinnen bis zur Popikone.
Redaktionsschluss ist - ohne Wenn und Aber! - der 10. Mai 2005.
Nr. 129: Das Thema werden wir Euch in der nächsten AUF-Info mitteilen.
Nr. 130: 60 Jahre Verdrängung.
Redaktionsschluss ist - ohne Wenn und Aber! - der 8. November 2005.

top